Grenzen überschreiten: 5 Tage Wandern von der Schweiz nach Italien
Grenzüberschreitende Bergwanderungen haben etwas Zeitloses, denn unsichtbare Grenzen zwischen Ländern werden nur durch Gipfel, Pässe und alte Pfade markiert. Meine fünftägige Wanderung von der Schweiz nach Italien war mehr als nur eine Wanderung – eine bewegende Reise durch alpine Landschaften, verschiedene Kulturen und eine tiefere Wertschätzung der Wildnis, die uns alle verbindet.
Schritt für Schritt über das Dach Europas
Mein Abenteuer begann im Schweizer Dorf Arolla, hoch oben im Val d’Hérens. Das Ziel war einfach: zu Fuß über abgelegene Alpenpässe nach Italien zu gelangen und unterwegs zu zelten oder in einfachen Hütten zu übernachten. Das Wetter war auf unserer Seite – klarer Himmel, frische Morgen und lange Tage, perfekt für anspruchsvolle Wandertage. Der erste Tag führte uns auf den Pas de Chèvres, einen steilen Anstieg, der durch in den Fels gebohrte Metallleitern erleichtert wurde. Von oben schweifte der Blick über Gletscher und zerklüftete Bergrücken. Wir stiegen in ein von Bergseen übersätes Tal hinab, bevor wir auf einem grasbewachsenen Felsvorsprung mit Blick auf die Dent Blanche unser Lager aufschlugen. Der zweite Tag war ein zermürbender Aufstieg zum Col Collon, der natürlichen Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Der Weg war steinig, mit Abschnitten aus losem Geröll und Flecken von Spätsommerschnee. Oben auf der Passhöhe gab es weder Schilder noch Fahnen – nur einen einfachen Steinhaufen und das Gefühl, eine andere Welt zu betreten. Auf der italienischen Seite wurde die Landschaft etwas sanfter, mit sanften Wiesen und über die Hänge verstreuten Holzchalets. Wir übernachteten in einer Hütte, wo wir statt Rösti und Fondue Pasta und Polenta aßen. Der Rhythmus der Wanderung fand seinen Weg: frühes Aufstehen, um kühle Luft zu tanken, lange Anstiege, belohnt mit atemberaubenden Ausblicken, gemütliche Mittagessen an Flüssen oder in kleinen Dörfern. Am dritten Tag folgten wir Abschnitten des Höhenwegenetzes durch das Aostatal. Das Gelände war abwechslungsreich – mal steil und technisch anspruchsvoll, mal sanft und kurvenreich durch Lärchen- und Tannenwälder. Die Gastfreundschaft auf der italienischen Seite war herzlich und entspannt; selbst in den entlegensten Hütten wurden Wanderer mit Espresso und hausgemachtem Gebäck begrüßt. Am vierten Tag machten sich die Strapazen der ständigen Höhenunterschiede bemerkbar. Die Knie schmerzten, die Schultern versteiften sich unter den Rucksackgurten, aber das Gefühl von Schwung und Zielstrebigkeit trieb uns voran. Wir bewältigten einen letzten großen Pass in der Nähe des Col Malatrà, mit dem Mont Blanc im Hintergrund, der sich im Westen dramatisch erhebt. Der fünfte Tag war ein feierlicher Abstieg nach Courmayeur, wo die Straßen von Spätsommertouristen wimmelten, die Berge aber dennoch alles in erhabene, stille Schönheit einrahmten. Wenn ich an die Reise zurückdenke, beeindruckte mich vor allem, wie selbstverständlich sich die Überquerung anfühlte. Grenzen in den Bergen sind politisch, doch auf dem Weg fällt die Kontinuität von Landschaft, Kultur und menschlichen Verbindungen auf. Von den rauen Steinhütten des Wallis bis zu den lebendigen Rifugi des Aostatals verlief der Übergang nahtlos, verbunden durch die gemeinsame Geschichte und die Liebe zum Hochland. Allen, die eine grenzüberschreitende Wanderung planen, empfehle ich, die Route sorgfältig zu studieren, gegebenenfalls die Einreisebestimmungen zu prüfen und in der Hochsaison Hütten im Voraus zu buchen. Crion.org ist eine hervorragende Quelle, um lokale Führer zu finden, die die Feinheiten des grenzüberschreitenden Wanderns kennen und Ihre Reise mit regionalen Geschichten und praktischen Tipps bereichern können. Zu Fuß von der Schweiz nach Italien zu gehen ist nicht nur eine körperliche Leistung – es erinnert uns auch daran, dass Abenteuer dort gedeihen, wo wir der Natur und nicht der Politik erlauben, den Weg zu bestimmen.
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